Gewöhnlicher Wasserdost

Eupatorium cannabium

Wasserdost

 

Lichtbedarf: halbschattig
Boden: nährstoffreich

Die winzigen rosa Einzelblüten des Wasserdostes werden vor allem von Tagfaltern und Schwebfliegen besucht. Besonders die auffällige Spanische Flagge (Euplagia quadripunctaria), deren Verbreitungsgebiet bis an das Bergische Land heranreicht, ist im Spätsommer an den Blüten zu beobachten. Für diesen Schmetterling ist der Nektar des Wasserdostes eine wichtige Nahrungsquelle.

Die fiederschnittigen Blätter des Wasserdostes erinnern an die Blätter von Hanfpflanzen, was ihm den Namen Wasserhanf eingebracht hat. Sie sind jedoch nicht essbar – außer für die Raupen verschiedener Schmetterlingsarten. Die Wasserdost-Goldeule (Diachrysia chryson) ist sogar darauf spezialisiert, die Nachtfalterart ist aber bei uns im Städtedreieck nicht verbreitet.

In der freien Landschaft wächst der ausdauernde, sommergrüne Wasserdost meist in feuchten Wiesen, an Bachufern oder an Waldrändern auf frischen, nährstoffreichen, meist kalkhaltigen Böden. In der Stadt kommt er an den Ufern von Gräben, an feuchten Wegen und in Gärten vor. Seine Samen werden durch den Wind weithin getragen und ermöglichen eine rasche Ausbreitung.

Ruprechtskraut

Geranium robertianum

Ruprechtskraut Storchschnabel

Ruprechtskraut Storchschnabel
Ruprechtskraut Storchschnabel

 

Lichtbedarf: schattig
Boden: nährstoffreich

Das Ruprechtskraut wird auch als Stinkender Storchenschnabel bezeichnet, da es zwar hübsch rosa blüht, aber bei Berührung einen leicht widerlichen Geruch verströmt. Seine Blüten locken mit ihrem Nektar Bienen, Wildbienen und Schmetterlinge an. Zwar ist das Ruprechtskraut nur ein- bis zweijährig, dafür kann es seine Samen jedoch bis zu sechs Meter weit schleudern und sich an feuchten, schattigen Standorten ebenso behaupten, wie an trockenen und sonnigen, sowie an allen Abstufungen dazwischen. Seine Chancen auf eine Verbreitung verbessert es noch, indem seine Samen im Fell von Tieren hängen bleiben und von diesen fortgetragen werden. 

Natürlicherweise kommt das Ruprechtskraut in Laub-, Misch- und Nadelwäldern sowie auf Geröllhalden vor. In der Stadt wächst es in schattigen Gartenbereichen und an Mauern, auf Schuttplätzen und Bahnarealen. Es liebt nährstoffreiche Böden und hohe Luftfeuchtigkeit, überlebt aber auch an trockenen und besonnten Plätzen.

Im Schatten kann das Ruprechtskraut durch seine starke Verzweigung seine Blätter mithilfe der Blattgelenke und Anpassung des Zellsaftdrucks zum Licht hin ausrichten. In der Sonne schützt sich die Pflanze durch Carotinoide und Anthocyane, die sie als Lichtschutzpigmente in ihre Blätter einlagert. Ähnlich, wie wir in der Sonne braun werden, ändert auch der Storchschnabel seine Farbe und wird rot.

Zimbelkraut

Cymbalaria muralis

Zimbelkraut

Zimbelkraut
Zimbelkraut

 

Lichtbedarf: halbschattig
Boden: mäßig nährstoffreich

Das Zimbelkraut verdankt seinen Namen seiner Blattform, die der einer Zimbel gleichen soll. Sowohl das Blatt als auch das Musikinstrument ähneln einem flachen Gefäß. Sein anderer Name, Mauerblümchen, weist auf seinen außergewöhnlichen Standort hin. Es hat sich an diesen Standort auf ganz besondere Weise angepasst: Nachdem die Samenkapsel einen Teil ihrer Samen verstreut hat, wächst sie an ihrem langen Stiel vom Licht fort in die Mauerfugen, sodass die restlichen Samen nicht auf den Boden fallen, sondern in den Fugen zum Keimen kommen können.

Der natürliche Standort der ausdauernden, immergrünen Pflanze sind Felsspalten. In der Stadt wächst sie als Zierpflanze in Parks und Gärten an Mauern und in Steingärten. Da das Zimbelkraut die Mauern durch seine Wurzeln nicht schädigt, ist es selbst an Denkmälern gerne gesehen.

Polster-Glockenblume

Campanula portenschlangiana

Polster-Glockenblume

 

Lichtbedarf: sonnig bis halbschattig
Boden: sandig, eher nährstoffarm

Das natürliche Verbreitungsgebiet der Polster-Glockenblume sind die Bergregionen Dalmatiens, sie ist aber schon seit langer Zeit in unseren Gärten zu Hause und von dort mancherorts inzwischen ausgewildert.

Die mehrjährige sommergrüne Pflanze wächst gerne in Steingärten, Fugen und auf Mauerkronen, weshalb sie im Englischen auch wall bellflower genannt wird.

Biene, Hummeln und Wildbienen besuchen ihre Blüten. Darunter auch die Glockenblumen-Scherenbiene, die auf Pollen und Nektar von Glockenblumen spezialisiert ist.

Echtes Johanniskraut

Hypericum perforatum

Echtes Johanniskraut

 

Lichtbedarf: halbschattig
Boden: nährstoffarm

Das Echte Johanniskraut ist bekannt als Heilpflanze, der eine antidepressive Wirkung zugeschrieben wird. In den Öldrüsen der Blüten und Blätter ist Hypericin enthalten, das für die heilsame Wirkung verantwortlich gemacht wird. Auch wenn die Blüten des Johanniskrauts gelb sind, ruft das darin enthaltene Hypericin eine rote Färbung hervor, wenn man sie zwischen den Fingern zerreibt. Der Blütenpollen zieht verschiedene Bienenarten an, die Pflanze bildet aber keinen Nektar. Ihre kleinen Samen werden vom Wind verbreitet.

Das mehrjährige, sommergrüne Johanniskraut wächst in lichten Wäldern, an Waldrändern und auf Wiesen. Aufgrund seiner Verwendung als Heilpflanze wird es auch landwirtschaftlich angebaut. In der Stadt ist es an Böschungen und Hecken sowie auf Bahnschotter zu finden.